Pod-Blog

EVE-Geschichten aus New Eden

Storyline Part I

Wenn man als Podpilot durch das All reist, verliert man nur all zu schnell die gewöhnlichen Dinge des Lebens aus dem Blickfeld. Seit Jahren war ich schon nicht mehr auf einem Planeten, und an meine Heimatstadt habe ich nur noch vage Erinnerungen. Mein tägliches Leben wird nicht von einem festen Beruf oder einer Familie bestimmt. Ich habe keine Kinder von denen ich wüsste und keine Verpflichtungen, außer denen, die ich mir selbst auferlege.

Und noch etwas unterscheidet mich und die anderen Piloten von den Menschen auf den Planeten. Viele von uns wurden bereits getötet. Ich bin bereits mehr als ein dutzend mal gestorben. Und auch die Situation in die ich mich hier schon wieder hineinmanövriert habe, kann ich wohl nur durch ein Wunder überleben. Denn ich stehe zwischen den Fronten des größten Krieges aller Zeiten.

Kein Krieg wie die der Planetenvölker, wo die Motive vielschichtig und die Allianzen beständig sind. Keiner der Kriege, die die Amarr gegen die Minmatarr führen, um sie erneut in die Knechtschaft zu zwingen. Oder anders herum, denn die Minmatar wollen die Jahrhunderte der Unterdrückung rächen. Auch keiner der Kriege, wie sie die Gallente gegen Caldari führen, oder meistens doch anders herum, wo es um alte Fehden und offene Rechnungen geht. Hier stehen sich keine Rassen, Völker, Planeten oder Länder gegenüber.

Hier kämpfen Firmen gegeneinander. Hier schießen die gläubigen Amarr aufeinander und auch allen anderen geht es nicht darum, ob ein Verwandter in dem Schiff sitz,t was er gerade abschießt, es geht lediglich um das Zeichen der Firma in der Signatur des Schiffes. Solche Kriege gibt es häufiger, von kleinen Scharmützeln bis hin zu Schlachten die selbst Imperiumsflotten alt aussehen lassen. Worum es dabei geht ist häufig nicht ansatzweise so kompliziert wie es gern gemacht wird. Macht. Ob sie nun demonstriert oder ausgedehnt werden soll, letztlich geht es nur um Macht.

Und ein guter Freund der Hilfe braucht, eine Bedienung in einer Bar und letztlich das beharrliche Ignorieren des Weckers reichen aus, um in eben so einer epischen Schlacht als dritte Partei im All zu stehen. Die genauen Zusammenhänge sind schnell erklärt. Besagtem Freund wurde ein Schlachtschiff der Hyperion-Klasse angeboten – und das zu einem Preis, wo nur ein Narr nein sagen würde. Und nur ein noch größerer Narr konnte es annehmen, ohne vorher nachzusehen, wo das verdammte Ding überhaupt steht! Und so hat der Gute ein wunderbares Schiff mitten im zur Zeit gefährlichsten Gebiet, das man sich vorstellen kann, erworben. Selbstverständlich versucht er es nicht einfach wieder zu verkaufen. Er will es holen! Weit über 30 Sprünge durch Systeme, wo niemand sonderlich begeistert ist, wenn unbekannte Gesichter auftauchen. Und wo nebenbei die größten Firmen der Galaxie beschlossen haben, sich die Köpfe einzuschlagen.

So kommt es das man mitten in der Nacht den besten Freund an der Leitung hat der einem fast schon jämmerlich anfleht mit ihm gemeinsam den vermaledeiten Kahn in sichere Gebiete zu geleiten. Schon während des Gespräches war mir klar, dass nur ein Schiff in meinem Geschwader dafür ausgelegt war, der Kreuzer der Arazu-Klasse. Ein Schiff, das getarnt warpen kann und sich nur kurz für das Benutzen der Stargates enttarnen muss. Darüber, die Bitte einfach abzulehnen, dachte ich leider keine Sekunde lang nach.

Am nächsten Tag also alle Systeme überprüft, die Route eingegeben und losgeflogen. Der Weg hin zum Schiff war dann auch kein größeres Problem. Ein paar kleinere Camps konnte ich frühzeitig erkennen und einfach umgehen oder wir warteten, bis es sich vor lauter Langeweile einfach von selbst auflöste. Im Zielsystem angekommen haben wir erst einmal die Hyperion in Augenschein genommen. Ein solches Schiff ist immer wieder ein wunderschöner Anblick. Der stolze neue Besitzer war mir nun erst einmal einen Drink schuldig. Also auf in die Stationsbar, ein paar Quafe Ultra vernichten und sich dann um den Heimweg Gedanken machen. Die Bar war recht voll, und alle Piloten hatten das gleiche Abzeichen auf der Jacke. Als sie uns sahen verstummten die meisten Gespräche, und wir wurden skeptisch gemustert. Da man als vorausschauender Podpilot allerdings immer einen aktuellen Clone hat sind solche Situationen nichts wo man sich ernstlich Sorgen macht. Vor allem nicht wenn die Ärztin, die meinen Clone behütet, sich jedes mal rührend um mich kümmer,t wenn ich auf ihrer Station aufwache.

Also, hingesetzt, lautstark nach dem Stärksten, was diese lausige Kaschemme zu bieten hat, verlangt und abgewartet. So weit die Theorie. Wenn da nicht diese verdammt süße Bedienung gewesen wäre, die da schnurstracks auf mich zukommt. Eigentlich müsste ich schreiben, aber besagter Hyperion-Käufer legte sich irgendwo hinter mir gerade mit den Elitekampfpiloten irgendeiner Firma an.

Das war so ziemlich der Anfang der Katastrophe.

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